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Einst schickte Sebastian Brant (1457–1521) ein Schiff, nein ein Buch, eine im Jahre 1494 herausgegebene Moralsatire, vollbesetzt mit Narren, jenen lasterhaften, sündigen Menschen, die er seinerzeit als Narren bezeichnete, auf eine lange, unendliche Reise aufs offene Meer. Das mit Holzschnitten reich illustrierte Buch Das Narrenschiff verbreitete sich im späten Mittelalter, in verschiedene Sprachen übersetzt, sehr rasch in fast ganz Europa. In der Folge tauchte das Motiv des Narrenschiffes oder »Ship of Fools« in der Kulturgeschichte, besonders in der Kunst, immer wieder auf und ist noch immer unterwegs. In kleinen Anekdoten, Grotesken, Parabeln, Satiren, in 34 kurzen Geschichten erzählt Bernhard Skopnik vor einem dystopischen Hintergrund in seiner Version des Narrenschiffes von den Narren der Gegenwart. Der Begriff des Narren, der Närrin, hat längst neue Inhalte und Dimensionen unseres Lebens erfasst und wälzt sich durch alle Bereiche unseres Lebens. Wo sind die narren heute? Wer sind sie? Was zeichnet sie aus? Wer bestimmt, ob Narr oder nicht? Wer muss oder darf an Bord des Schiffes?
Alfons Tellertuch – Kassel – 2026
BS stöbert in den zahlreichen fein beschriebenen, analysierenden, letztlich entblößenden Dokumenten über den Menschen, setzt seine Interpretation nahtlos an reale Vorbilder an. Primär aber, wie er mir sagte, rauschen nach intensivem Studium seines eigenen Spiegelbildes und täglichen Umgangs mit der Spezies Mensch, die bizarren Bilder unseres Wesens an ihm vorbei. Er braucht sie nur abzupflücken und in Worten und Bildern zu notieren. Was bedeutet der Begriff Intelligenz? Welchen Vorsprung gegenüber allen anderen Lebewesen auf diesem Planeten bietet Intelligenz, wenn sie unfähig ist, in vollem Umfang genutzt zu werden? Warum fällen wir einen Baum, der unsere Fernsicht stört, wissend, dass wir uns von den Früchten dieses Baumes ernähren müssen? Warum rennen wir begeistert offenen Auges auf einen Abhang zu obwohl wir nicht fliegen können?
Er selbst sagt: »Wenn ich zeichne bin ich ganz nahe am Thema, ganz nahe bei mir. Die Texte bleiben oft dicht an den Bildern, entfernen sich aber auch und treffen hin und wieder, sehr unvermutet, erneut mit ihnen zusammen.«
Das Narrenschiff / Bernhard Skopnik
erschienen im b-skopnik-eigenverlag 2026
Link: b-skopnik-eigenverlag
Hardcover, 176 Seiten
26 x 20 cm, farbig
Kontakt: info@b-skopnik.de






